Bekiffte Römer und ein diebischer Student

Die TGA veranstaltete ein Theaterstück / Vom Drama zur Komödie in zwei Akten

Von Mark Schmelzer

Rottweil-Altstadt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt standen die Besucher bereits eine Stunde vor Saaleröffnung Schlange. Alle wollten sie sich in der ausverkauften Altstädter Turnhalle die besten Plätze sichern.
Am vergangenen Wochenende wurde das von Heidi Mager geschriebene Stück „So a Theater“ zwei Mal von den Altstädter Laienschauspielern aufgeführt. Die Turnhalle war mit ihren 400 Sitzplätzen bis auf den letzten Platz besetzt.

Das Schauspiel handelte von einem Wanderverein mit dem Namen „Lustige Junggesellen“, die ein Römerdrama aufführen wollen. Schon bei den Proben läuft einiges schief und die Pannen bleiben auch bei der Premiere nicht aus, so dass alles drunter und drüber geht.

Heidi Mager schrieb die Rollen den Akteuren geradezu auf den Leib: Kajetan Spreter mimte den exzentrischen, geizigen und selbstverliebten Frisörmeister Lothar. Er spielte die Figur hervorragend und brachte mit seiner gekünstelten sonoren Stimme die Besucher zum Grölen.

Aber auch Armin Frank brillierte in seiner Rolle. Er spielte den lockeren, Bier trinkenden Psychologiestudenten Andie. Im Laufe der Handlung tat er sich immmer häufiger als kleiner Mephisto hervor, was sich am Ende bewahrheiten sollte.

Dies sind nur zwei Beispiele für die gelungene Darbietung aller Laiendarsteller. Denn die von der Autorin geschaffenen Charaktere wurden von jedem gekonnt umgesetzt und witzig gespielt, was sich auch an den Zuschauerreaktionen messen ließ. Der tosende Applaus hielt noch lange nach Ende der Aufführung an.

Viele Anspielungen und Doppeldeutigkeiten wurden auch über Altstädter Bürger gemacht: Der von Ralf Armleder gespielte Charakter beantragte bei einer Abstimmung eine geheime Wahl. Der erste Vorsitzende Herbert, gespielt von Roland Vogel, bügelte den Antrag mit den Worten „lass das doch, du weißt doch noch, was das letzte Mal passiert ist, als du so etwas gemacht hast“ nieder.

Wer das Stück noch nicht gesehen hat oder es erneut sehen will, hat am 27. und 28. November die Chance, das Ensemble im Festsaal der Gymnasien zu sehen. Karten sind im Vorverkauf bei Bastelstube Merkle, Eisenwaren Maier und „Wenzler Mann und Mode“ erhältlich.

(Schwarzwälder Bote, 08.11.2004)