Schwanensee ist nichts dagegen
Toller und sportlicher Fasnetsball der TG Altsstadt
Rottweil. Innerhalb einer Woche zweimal eine proppevolle Altstädter Turnhalle: Nach dem Kabisball war auch der TGA-Ball mit seinem abwechslungsreichen Programm ein Publikumsrenner.
Nach den Eröffnungsnarrenmärschen der Jugendkapelle des „Frohsinns“ brachtendie Jungs der D- und E-Jugend als besonders coole Typen mit ihrer selbst einstudierten Tanznummer gleich den richtigen Schwung ins Publikum. „Wenn der Vater mit dem Sohne“, so die dramatische Beschreibung der allmorgentlichen Rituale im Hause des Vereinspräsidenten Thomas Mattes. Welche Startschwierigkeiten ein neu eröffnetes Steppgymnastik-Studio hinter sich bringen musste, ließen die Jugendturner hautnah nachempfinden. Auch die Mädchenturnerinnen hatte eine Story auf Lager, sie präsentierten in ihrer akrobatisch angereicherten Tanznummer eine Flugreise in’s Trainingslager nach Mallorca.
Das Innenleben dreier Roten Würste (Margot Müller, Silke Wiedemann und Waldtraud Frank) ist von Leid und Schmerz geprägt, beispielsweise wenn sie eingeritzt von TGA-Chefkoch Werner Leibold durch Kessel und Grillpfanne geplagt werden. Eine eigenwillige Interpretation des berühmten Ketchup-Songs boten die weiblichen Turnerinnen der C-Jugend auf dem Trampolin. Ebenso toll die Ballettnummer der aktiven Turnerinnen, deren „Sweet Kisses“ allerdings den Froschkönig nicht in einen lieblichen Prinzen, sondern in denberühmt-berüchtigten Stadtrat Hubert Ernst verwandelten.
Vergessen sie Schwanensee! Das Ballett des Vorstands versuchte (allerdings vergeblich) in niedlichen Tanzkleidchen mindestens ebenso viel Anmutund Grazie auszustrahlen, wie die großen Primadonnen dieser Welt. Der Erzengel und der Teufel (Armin Frank und Jutta Haller) stritten sich biblisch über die Frage, ob denn die Altstädter Abstauber mit ihrem gewaltigen Sitzleder eher himmlische Genüsse oder höllische Qualen zu vergegenwärtigen haben. Einen feurigen Programmabschluss mit einem teils klassischen, teils modernem Tango bot die Tanzgruupe „The Loops“, ehe das begeisterte Publikum zu den Songs der Band „Chamäleon“ selbst aktiv wurde.
(Von Eberhard Wucher, Schwarzwälder Bote 17.02.2003)
